Freitag, 1. Februar 2013

Outing

Normalerweise erzähle ich ja nicht viel privates, aber heute möchte ich mal was bekennen. Seit Weihnachten bin ich Vegetarierin. Sicher denken jetzt einige direkt, was zu Weihnachten wo alle schlemmen und super viele Leckereien gibt..... Die Überlegung war schon länger da, aber ich gestehe, ich esse durchaus gerne Fleischgerichte, vor allem aber liebe ich Soßen. Fleisch habe ich noch nie viel gegessen, aber in Soßen könnte ich mich reinsetzten. Ich kenne einige Vegetarier und sogar Veganer und habe eine Weile gebraucht das sie aus genau diesem Grund "Ersatzprodukte" haben. Um eben Mahlzeiten zu zaubern die genauso schmecken. Also ist Vegetarier-Dasein kein Verlust. 
Es gab sehr viele Diskussionen mit meinem Mann der auf sein Fleisch nicht verzichten will. Da ich auch vorher schon eher 3-4 Tage ohne Fleisch gekochte habe und der Rest der Woche mit, einigten wir uns auf 5 Tage vegetarisch für alle und am Wochenende macht er sich sein Fleisch selber. 
Ich habe unglaublich viele Tage gelesen und gelesen..... man glaubt ja gar nicht wo alles "totes Tier" drin ist und genau das ist ein Punkt der mich echt sauer macht. Seit Jahren verzichten wir auf Fixtüten und ich achte bei allem auf Glutamat und Hefeextrakt. Wer macht sich die Mühe und achtet auf Lab im Käse? Was ist Lab überhaupt.... (Googele spuckt dazu genug aus). Ich finde den Gedanken sehr ekelig, auch noch als Fleischesser.
Es reicht nicht zwischen den Zeilen zu lesen bei Zutatenlisten, was nicht angegeben werden muss ist eine Frechheit deren Ausmasse man sich keine Gedanken macht.
Wenn ich schon höre: dann darfst du gar nichts mehr essen. Vielleicht einfach wieder mehr selber machen? Wer will schon bewusst extrem Pestiziedverseuchtes seinem Kind vorsetzen? Vieles ist sehr einfach und macht keine große Mühe.
Ok, ich will gar nicht bekehren oder umstimmen, aber einfach mal die Gewohnheiten überdenken. Gerade heute habe ich mit einer Freundin gesprochen die jetzt aus Neugier beim Käse nachliest ob tierischer oder mikrobieller Lab verwendet wird. Ich finde das super. Alleine das Bewusstsein dafür stärken was man da so zu sich nimmt.
Bis hier her geschafft? :)
Räuschertofu ist übrigens sehr lecker und viele Fleischgerichte machen einfach die Gewürze. ;)
Vielleicht zeige ich ab und zu neue Rezepte die ich neu probiert habe. Das ist der Vorteil bei so einer Umstellung, man versucht viel mehr und die Palette wird um so viel größer und nicht kleiner. Bohnen-Chilli z.B. soll laut Tochter ins Familienkochbuch. 
Im Zuge dessen haben wir heute unsere erste Bioabokiste bekommen. Mal sehen was ich die Woche so daraus zaubere.

Kommentare:

Judith hat gesagt…

Hallo,
ich bin gespannt auf deine Gerichte, der Inhalt der Biokiste sieht schon mal vielversprechend aus,

liebe Grüße aus Wien,
Judith

punkelmunkel hat gesagt…

ich bis selbst seit 8 jahren vegetarierin und ich kann dir sagen, mir fehlts an nichts, wenn ich doch mal lust z.b. auf eine bratwurst habe dann kaufe ich mir tofuwürste, die sind wie du sagt dank der gewürze dem fleisch ganz ähnlich. was ich soooo lecker finde sind vegetarische currywürste, musst du unbedingt mal ausprobieren. ich mach die soße einfach mit passierten tomaten, olivenöl, bisschen senf, salz, pfeffer, curry und fertig.

über lab war ich damals auch sehr schockiert, ich glaube es gibt einige lebensmittel von denen mann nicht weiß, dass totes tier drin ist. wusstest du dass fotopapier mit schweinegelantine hergestellt wird, dass bretzeln oft mit schweineschmalz gemacht werden oder dass viele säfte mit gelantine geklärt weren?

Crusoes Olifanten hat gesagt…

Ich kann deine Gedankengänge nachvollziehen. Wir sind beide auch keine übermäßigen Fleischesser. Wir haben eigentlich einmal in der Woche Fleisch gemacht. Seit der Schwangerschaft haben wir maximal einmal im Monat Fleisch gekauft (Weihnachten hatten zum letzten Mal Fleisch zubereitet). Schwein gibt es bei uns nie und den Rest bekommen wir vom Bauern. Die bessere Hälfte nimmt dann mal bei einem Geschäftsessen ein Fleischgericht, aber auch nicht oft. Vor kurzem waren wir bei Freunden zum Abendessen eingeladen (Sie Vegetarierin, er Fleischliebhaber), es gab lecker vegetarisch und dazu Tofugyros. Brauch ich jetzt nicht unbedingt, kenne aber auch nicht den Geschmack eines Schweinegyros.
Höre zur Zeit nur ständig, dass ich mehr Fleisch essen muss wegen dem Baby, aber mir ist gar nicht danach.

Über Lab hab ich mich noch nicht informiert, aber das werde ich erst machen, wenn das Baby da ist, muss mich jetzt schon so einschränken mit den zulässigen schmackhaften Käsesorten. Fertigprodukte gibt es bei uns nicht und wir kaufen nur Direktsäfte.

LG Sarah

mamalu-und-lu hat gesagt…

Wir essen auch sehr wenig Fleisch und auch wenig Wurst (denn auch Wurst ist Fleisch - wird aber oft vergessen), ich lese immer die Liste der Zutaten, kaufe daher viele Produkte nicht. Fertigprodukte gehen gar nicht. Ich weiß gerne woher mein Essen kommt und was drin ist.

Als wir noch eigne Hühner hatten war es noch einfacher: Eigene Eier und ab und an wurde ein Hahn geschlachtet.

Ich stimmt dir voll und ganz zu, man sollte mit seiner "Lebens"mittelwahl sehr kritisch sein.

Aber ganz auf Fleisch verzichten wir nicht, auch, weil es uns schmeckt. Ersatzprodukte finde ich schwierig.
Da Tofu aus Soja gemacht wird, finde ich es schwierig - das Thema ist nicht so ohne... z.B. http://www.umweltjournal.de/rezensionen/17049.php

Zitat:" Doch auch gegen den verbreiteten “Soja-Gesundheitskult” mehren sich kritische Stimmen; so steht Soja zunehmend im Verdacht, sogar neue Allergien auszulösen, den Hormonhaushalt von Kleinkindern nachhaltig zu stören oder bei Frauen in den Wechseljahren das Tumorwachstum zu begünstigen."

Darum würde ich niemals Tofu oder Produkte aus Soja essen - oder es meinen Kindern zu essen geben.

LG, Christina

Josie hat gesagt…

Da freu ich mich auf Rezepte bei dir.
Mein Mann ist schon seit über 20 Jahren Vegetarier und auch wenn es zwischenzeitlich viel Auswahl an Sojaprodukten gibt und ich überwiegend vegetarisch koche,essen unsere Kinder und ich auch mal gerne ein Schnitzel oder ne Wurst vom Metzger vor Ort.
Obst und Gemüse gibts eh aus dem eigenen Garten und wenn doch was gekauft wird,bevorzuge ich Bioprodukte.
Der Satz..dann darfst du dar nichts mehr essen ist ja schon berechtigt,denn wenn wir in jeden Produktionsprozess Einblick hätten,bestünde unser Speiseplan wohl nur aus Selbstgemacht und -angebautem
GLG
Elke